Dr. Arthur Pfungst-Stiftung feierte 100-jähriges Jubiläum

„Bildungschancen ermöglichen“ – unter diesem Leitmotto stand die Jubiläumsfeier der Dr. Arthur Pfungst-Stiftung. In seinem Grußwort betonte Patrick Burghardt, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst: “Die Landesregierung gratuliert der Dr. Arthur Pfungst-Stiftung herzlich zum 100-jährigen Bestehen! Besonders hervorheben möchte ich, dass die Stiftung zu allen Zeiten auf eigenen Füßen stand und sich bis heute ohne fremde Mittel finanziert. Das gibt es sehr selten und verdient unseren Respekt.“

Mit der Jubiläumsfeier würdigte die Stiftung die persönliche Lebensleistung der eng mit Frankfurt verbundenen Familie Pfungst als Firmengründer und -inhaber der NAXOS-UNION, die sich zeitlebens durch Unternehmertum und besonderes soziales und kulturelles Engagement auszeichnete. Dr. Jan Gerchow, Leiter des Historischen Museums Frankfurt, begrüßte die Gäste und blickte zurück auf das Leben der Familie Pfungst.

Vorstandsvorsitzender Jürgen Rinn würdigte die Lebensleistung der Familie Pfungst und appellierte an die anwesenden Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung, stellvertretend für die gesamte junge Generation, dass Persönlichkeiten wie „Dr. Arthur Pfungst und Marie Pfungst auch heute Leitbild sein mögen, für demokratisches und soziales Engagement zum Wohl des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft“.

Städträtin Elke Sautner überbrachte im Auftrag von Herrn Oberbürgermeister Feldmann herzliche Glückwünsche und hob die Bedeutung von Stiftungen in Frankfurt hervor.

In dem anschließenden Impulsvortrag sagte Prof. Dr. Marita Jacob, Soziologieprofessorin an der Universität zu Köln: „Mit der Vergabe von Stipendien leistet die Stiftung einen entscheidenden Beitrag, sozialbedingte Ungleichheiten im Hochschulzugang zu verringern und Studierenden ein erfolgreiches Studium zu ermöglichen.“

Die Aufnahme eines Studiums würde insbesondere durch das Elternhaus beeinflusst. „Junge Menschen aus privilegierten Elternhäusern nehmen deutlich häufiger ein Studium auf als diejenigen aus weniger privilegierten Familien“, erklärte Prof. Dr. Jacob und verwies auf aktuelle Forschungsergebnisse. Im folgenden Podiumsgespräch mit Maximilian Graeve stellte sie heraus, dass das BAföG alleine nicht ausreiche, um herkunftsbedingte Ungleichheiten zu reduzieren, insbesondere nicht für finanziell schlecht gestellte Nichtakademikerfamilien.

Stiftungsgeschäftsführer Maximilian Graeve hob hervor, „dass die Angebote der Dr. Arthur Pfungst-Stiftung heute besonders gebraucht werden. Die Stipendienvergabe an Studierende, die sich Studium nicht leisten können,erfolgt unabhängig von Konfession und Nationalität oder dem Nachweis von sozialem oder politischem Engagement. Dies leisten so nur wenige Stiftungen“ Die Stiftung fördert aktuell 24 Stipendiatinnen und Stipendiaten, Stipendien werden bundesweit und in allen Fachrichtungen.

Stipendium: Wegbereiter für Bildungswege

In Gesprächen mit aktuellen und früheren Stipendiatinnen und Stipendiaten der Dr. Artur Pfungst-Stiftung wurde deutlich, welche Bedeutung ein Stipendium für den Bildungs- und Lebensweg junger Menschen hat, und welche entscheidende finanzielle Entlastung ein Stipendium mit sich bringt: „Ich wusste, ich kann ab sofort sorgenfrei und unabhängig studieren. Lebensunterhalt, Fachbücher, Ausgehen mit Freunden – das waren von nun an keine Probleme mehr“, erzählte Stephan Kühnel. Der ehemalige Stipendiat schreibt aktuell an seiner Doktorarbeit. Ohne das Stipendium, so ist Kühnel überzeugt, hätte er dieses Ziel nicht erreicht: „Es hat mir die Freiheit gegeben, mich auf das Lernen zu konzentrieren. Gleichzeitig war es für mich immer ein starker Anreiz, sehr gute Noten zu liefern.“

Rahmenprogramm mal anders

Für die Gäste der Jubiläumsfeier war der szenische Auftritt von Arthur und Marie Pfungst eine besondere Überraschung. So erfuhren sie auf eine besondere Weise viel Wissenswertes über die Familie Pfungst, ihr Unternehmen und die heutige Stiftungsarbeit. Durch die Veranstaltung führte Evren Gezer, Moderatorin von HIT RADIO FFH. Musikalisch wurde die Feier durch Stipendiaten der Stiftung umrahmt. Zudem konnten die rund 130 Gäste „Das Rilke Projekt live“ mit Nina Hoger und dem Frankfurter Komponistenpaar Schönherz & Fleer erleben. Zum Ende der Jubiläumsfeier hatten die Gäste die Möglichkeit zu einem geführten Besuch der Ausstellung „Damenwahl! 1918/1919“ im Historischen Museum Frankfurt. Anlässlich des 100. Jubiläums des Frauenwahlrechts widmet sich die Sonderausstellung auch den Frankfurter Akteurinnen, wobei gerade Marie Pfungst als wichtige Persönlichkeit der Frankfurter Frauenbewegung gewürdigt wird.

Zukunft gestalten

Stiftungsgeschäftsführer Maximilian Graeve blickte auf eine gelungene Veranstaltung: „Es war eine Feier mit bewegenden Rückblicken, Momenten und wichtigen Impulsen“. Gleichzeitig richtete Graeve seine Aufmerksamkeit auch auf die Zukunft der Stiftung: „Die Stiftung möchte mit ihren Möglichkeiten ihr Wirkungspotential durch neue Projekte und die Vergabe zusätzlicher Stipendien ausbauen. Für die Zukunftsfähigkeit der Stiftung ist es wichtig, Netzwerke auszubauen sowie Kontakte zu Hochschulen, anderen Stiftungen, Unternehmen, Bildungsorganisationen und Verbänden zu vertiefen. Dazu lade ich alle zur Kooperation ein“.

 

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